Abnehmen in Schwangerschaft
und Stillzeit?


Gesundheitliche und ästhetische Motive sind es, die manche Frauen dazu bewegen, trotz Schwangerschaft und Stillzeit eine Abnahmediät durchzuführen. Ob eine Ab­nahme­diät in Schwangerschaft und Stillzeit auch mit ProWell empfohlen werden kann und welchen Einfluss Gewicht und Essverhalten der Mutter auf das Kind haben, klärt folgendes Infothema:


Bedarf von Mutter und Kind in Schwangerschaft und Stillzeit

Energie- und Nährstoffbedarf in der Schwangerschaft
Gerade während der Schwangerschaft ist eine bedarfsgerechte, nährstoffreiche Kost beson­ders wichtig: Zum optimalen Wachstum des Kindes und zur Bildung neuen Körper­gewe­bes bei der Mutter. Ab dem 4. Monat steigt der Energiebedarf der werdenden Mutter um etwa 250 Kalorien pro Tag. Dieser zu­sätz­liche Energiebedarf in der Schwangerschaft kann allerdings von Frau zu Frau sehr verschieden sein.

Auch die Gewichtszunahme im Verlauf der Schwangerschaft fällt individuell sehr unter­schied­lich aus. Regelmäßiges Wiegen beim Arzt soll kontrollieren, dass die Zunahme weder zu hoch noch zu niedrig ist. Sowohl eine zu hohe als auch eine zu niedrige Gewichts­zu­nahme kann die optimale Entwicklung des Kindes gefährden.

Die wünschenswerte Gewichtszunahme ist abhängig vom Ausgangsgewicht der Mutter. Je höher das Ausgangsgewicht der Mutter, desto niedriger die empfohlene Gewichtszunahme in der Schwanger­schaft.

Die folgende Tabelle zeigt die wünschenswerte Gewichtszunahme in der Schwangerschaft in Abhängigkeit vom Ausgangsgewicht, dem BMI ( ) der Mutter.

Empfohlene Gewichtszunahme für Schwangere
  Ausgangsgewicht BMI Gewichtszunahme während
der Schwangerschaft
  schlank kleiner als 18,5 12,5 – 18,0 kg
  normal 18,5 – 24,9 11,5 – 16,0 kg
  übergewichtig 25,0 – 29,9 7,0 – 11,5 kg
  adipös 30,0 und größer 5,0 – 9,0 kg
Nach: „Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE)“, 2011













Zeichnet sich im Schwangerschaftsverlauf eine allzu rasche oder starke Gewichtszunahme ab, so ist mit dem Arzt abzuklären, ob eine Diät zur Entwässerung oder zur Gewichtsregulierung erfolgen soll.

Eine Diät während der Schwangerschaft muss immer unter fachkundiger Aufsicht durchgeführt werden (Ernährungsmediziner, Ökotrophologin, Diätassistentin), um die Nährstoffversorgung und das körper­liche Wohlbefinden der Schwangeren und des Kindes zu sichern.

Von einer Diät auf eigene Faust oder einer radikalen Diät während der Schwangerschaft ist dringend abzuraten! Der zu erwartende Nährstoffmangel schadet dem Ungeborenen mehr als das Übergewicht der Mutter.

ProWell in der Schwangerschaft
Schwangere haben einen erhöhten Bedarf an lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen.
(Siehe Tabelle)

Sie sollten reichlich Gemüse, Obst, Kartoffeln und Vollkornprodukte verzehren. Fettarme Milchprodukte, mageres Fleisch und Fisch sollten sie in Maßen und eher fettreiche Lebensmittel und Süßigkeiten nur sparsam essen.

Dem erhöhten Nährstoffbedarf einer Schwangeren können die Mahlzeiten von ProWell nicht gerecht werden. Schwangere sollten deswegen nicht am mehrwöchigen Abnahmeprogramm mit täglich aus­schließ­lich 5 ProWell-Mahlzeiten teilnehmen.

Der Austausch einzelner Mahlzeiten oder ein gelegentlicher ProWell-Tag ergänzt durch zusätzliche Gemüse­portionen sind aber auch in der Schwangerschaft möglich!

Energie- und Nährstoffbedarf in der Stillzeit
Während der Stillzeit ist der Energie- und Nährstoffbedarf noch höher als in der Schwangerschaft.
(Siehe Tabelle)

Alle Nährstoffe, die über die Muttermilch an das Kind weitergegeben werden, müssen durch die eigene Ernährung ersetzt werden.

Eine stillende Mutter benötigt pro Tag durchschnittlich 630 Kalorien mehr als vor der Schwangerschaft. Der persönliche Mehrbedarf kann individuell aber auch höher oder niedriger ausfallen, auch wegen dem unterschiedlichen Hunger der einzelnen Säuglinge.

Der Energiebedarf der Mutter gilt dann als gedeckt, wenn das Gewicht während der Stillzeit konstant bleibt oder nicht mehr als 500 g pro Monat abgenommen werden.

Die Gewichtsveränderungen während der Stillzeit sind von Frau zu Frau oft sehr verschieden. Manche Mütter verlieren bereits während der Stillzeit kontinuierlich an Gewicht. Andere halten ihr Gewicht und nehmen erst nach dem Abstillen wieder ab.

Aus welchen Lebensmittelgruppen der zusätzliche Kalorienbedarf am besten abgedeckt wird, vermittelt nachfolgende Tabelle:

Empfehlenswerte Lebensmittelmengen für Schwangere und Stillende
  Grundbedarf Zulage
Schwangere Stillende
  Energie 2000¹ kcal/Tag 255 kcal/Tag 635 kcal/Tag

  Empfohlene Lebensmittel

  • reichlich

  Getränke
  Brot, Getreide (-flocken)
  Kartoffeln, Reis, Nudeln
  Gemüse
  Obst
 
 
 
 

1,5 l
250 g
270 g
250 g
250 g
 
 
 


40 g
50 g
40 g
40 g
 
 
 


110 g
120 g
120 g
120 g

  • mäßig

  Milch (-produkte)
  Fleisch, Wurst
  Fisch
  Eier
 


420 g
60 g
90 g/Woche
2–3 St./Woche


40 g
10 g
100 g/Woche



120 g
15 g
100 g/Woche


  • sparsam

  Öl, Margarine, Butter
 


35 g


4 g


4 g

  Weniger empfohlene Lebensmittel
  (z.B. Süßwaren)

  fett- und zuckerreich
 



max. 200 kcal/Tag



max. 25 kcal/Tag



max. 65 kcal/Tag
  ¹ Nichtschwangere, Nichtstillende Frauen > 25 Jahre
  ² fettreicher Fisch, z.B. Makrele, Lachs, Hering
Nach: „Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE)“, 2011































Neuere Studien zeigen, dass eine abwechslungsreiche Ernährungsweise der Mutter auch den Ge­schmack des Säuglings prägen kann. Danach kann die Offenheit des Kindes für vielfältige Ge­schmacks­rich­tungen durch eine abwechslungsreiche Kost der Mutter in Schwanger­schaft und Still­zeit positiv beeinflusst werden.

Isst die Mutter während der Schwangerschaft und Stillzeit sehr abwechslungsreich und gesund, so steigen damit die Chancen, dass auch das Kind einen vielfältigen Geschmack mit gesunden Vorlieben entwickelt.

ProWell in der Stillzeit
Auch in der Stillzeit steht die optimale Entwicklung und Versorgung des Säuglings an erster Stelle – vor den Abnahmewünschen der Mutter.

Da die Zusammensetzung der ProWell-Produkte nicht dem gesteigerten Nährstoffbedarf einer stillenden Mutter entspricht, wird von einer Abnahme nach dem ProWell-Konzept während der Stillzeit abgeraten. (Siehe Tabelle)

Die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)“ und das „Forschungsinstitut für Kinderernährung“ (FKE) empfehlen:

Während der Stillzeit keine Reduktionsdiät mit deutlich geringerer Energiezufuhr als vor der Schwangerschaft!

Eine zu geringe Energiezufuhr beeinträchtigt nicht nur das Stillen, sondern auch die Gesundheit von Mutter und Kind. Die Gesundheit der Mutter ist gefährdet, weil durch eine unzureichende Ernährung die Regeneration der an das Kind weitergegebenen Nährstoffe nicht erfolgen kann. Die Gesundheit des Kindes kann durch einen zu hohen Schadstoffgehalt in der Muttermilch beeinträchtigt werden, da beim Abnehmen fettlösliche Schadstoffe aus dem mütterlichen Fettgewebe ins Blut und in die Muttermilch gelangen können.


Frühe Prägung des Kindes durch das mütterliche Ess- und Trinkverhalten

Vorgeburtliche Programmierung
Schon im Mutterleib und in den ersten Lebenswochen kann eine „Fehlprogrammierung“ das Risiko des Kindes für Übergewicht und chronische Erkrankungen erhöhen. Ein zu hohes Gewicht und ein un­gün­stiges Ess- und Trinkverhalten der Mutter (zuviel, zuwenig oder zu einseitig) prägen Geschmack, Gewicht und Krankheitsveranlagung des Kindes auch ohne genetische Disposition (Empfindlichkeit).

Übergewichtigen Frauen mit Kinderwunsch wird deswegen geraten, das Gewicht schon vor der Schwangerschaft zu reduzieren.

Während der Schwanger­schaft soll eine übermäßige Gewichtszunahme nach Möglichkeit vermieden werden. Außerdem sollen sich Schwangere generell auf ihr Diabetesrisiko untersuchen lassen. Evtl. auftretender Diabetes muss konsequent behandelt werden.

Einfluss von Ernährungszustand und Körpergewicht der Mutter auf das Geburtsgewicht des Kindes
Das mittlere Geburtsgewicht ist in den westlichen Industriestaaten in den letzten 30 Jahren um 45 – 95 g angestiegen. Dieser Gewichtsanstieg in so kurzer Zeit kann weder auf eine Veränderung des Gen­pools noch auf verstärktes Größenwachstum zurückgeführt werden. Eher wird ein direkter Zu­sam­men­hang mit dem Ernährungszustand bzw. der Gewichtszunahme der Schwangeren vermutet.

Die durchschnittliche Gewichtszunahme während der Schwangerschaft ist heute in Deutschland mehr als 2 kg höher als vor 20 Jahren. Eine zu starke Gewichtszunahme in der Schwangerschaft wegen einer übermäßigen Energiezufuhr führt oft zu einem hohen Geburts­gewicht des Kindes. Ein hohes Geburts­gewicht steigert das spätere Übergewichtsrisiko des Kindes.

Adipöse Frauen gebären häufiger als Normalgewichtige ein Kind mit einem Geburts­gewicht über 4 kg bzw. 4,5 kg (Makrosomie = übermäßig hohes Geburtsgewicht >4,35 kg).

Das Gewicht des Kindes kann außerdem durch einen unbehandelten Diabetes während der Schwan­ger­schaft ungünstig beeinflusst werden. Wegen der zunehmenden Zahl Übergewichtiger in Deut­sch­land steigt auch der Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) und damit das Risiko auf ein zu hohes Geburtsgewicht von Kindern an.


Stillen und Körpergewicht von Mutter und Kind

Das Stillen fördert die Reduktion schwangerschaftsbedingter Gewichtszunahme bei der Mutter. Frauen mit Gewichtsproblemen sollten darum unbedingt versuchen, ihr Kind zu stillen!

Auch dem Kind zuliebe: Denn Stillen schafft optimale Voraussetzungen für eine normale Gewichts­ent­wick­lung. Gestillte Kinder haben ein um 25 % geringeres Risiko später übergewichtig zu werden als ungestillte Kinder.

Nach dem Abstillen können dann die verbleibenden überflüssigen Pfunde der Mutter ohne Risiko mit ProWell abgenommen werden.


Fazit:
  • Das Abnehmen mit ausschließlich 5 Mahlzeiten pro Tag von ProWell ist für Schwangere und Stillende nicht zu empfehlen. Einzelne Mahlzeiten von ProWell können aber in der Schwan­ger­schaft verzehrt werden. Optimal ist es, diese um Gemüse- und Salatbeilagen zu ergänzen.
  • Das Übergewicht der Mutter oder eine hohe Gewichtszunahme während der Schwangerschaft begünstigen spätere Gewichtsprobleme des Kindes.
  • Übergewichtige Frauen mit Kinderwunsch sollten vor der Schwangerschaft abnehmen. Die Gewichtsabnahme kann selbstverständlich mit ProWell erfolgen, ebenso eine eventuelle Gewichtsreduktion nach dem Stillen.

Literatur:
Deutsche Gesellschafft für Ernährung (DGE): Ernährungsbericht 2008
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr Umschau/Braus 2008
Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE): Empfehlungen für die Ernährung von Mutter und Kind, 2009

Internet:
www.fke-do.de (Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund)
www.gesund-ins-leben.de (Netzwerk Junge Familie)


Buchtipps
  1. Richtig essen in
    Schwangerschaft und Stillzeit

    160 Seiten

    Dagmar von Cramm
    Gräfe & Unzer Verlag, München 2011, € 16,99





  2. Das beste Essen in
    der Schwangerschaft

    56 Seiten (Broschüre)

    Ruth Rösch
    aid infodienst, Bonn 2013, € 2,50





  3. Für Ernährungswissenschaftler,
    Diätassistenten oder Hebammen:


  4. Ernährungsberatung in
    Schwangerschaft und Stillzeit

    192 Seiten (Broschüre)

    Ute Körner, Ruth Rösch
    Hippokrates/Thieme Verlag, Stuttgart 2014, € 34,99






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